Mit Yoga ins 21. Jahrhundert

Yoga geht auf eine mehr als 5000-jährige Geschichte zurück und hat sich als Philosophie der körperlichen und geistigen Diziplin entwickelt, um den Menschen durch das Leben zu begleiten und Lösung seiner körperlichen und geistigen Probleme anzubieten.
Yoga entstand in Indien unter tropischen Temperaturen, wo und Wärme ein wesentlicher Bestandteil der Heilwirkung von Yoga ist und die Wirksamkeit von Bikram Yoga erklärt. Denn Bikram Choudhury hat erkannt, dass Yoga in den kalten westlichen Ländern erst den gewünschten Erfolg bringt, wenn es bei 38 Grad praktiziert wird.
In den 6 Jahren seit Bestehen von Bikram Yoga Zürich durfte ich diese Wirksamkeit bei vielen meiner Schüler miterleben. Alle Erkrankungen in der Motorik unseres Körpers wie Bandscheibenvorfall, verschobene Rückenwirbel, Entzündung der Wirbelsäule (Morbus Bechterew), Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Rheuma, Knieverletzungen, Gleichgewichtsprobleme, Nervenschädigung und allgemeiner Verlust der Beweglichkeit werden mit unserer Serie von 26 Uebungen gelindert bis ganz geheilt.
Bikram Yoga by Craig Villani
In Deutschland leiden rund 30 Millionen Menschen unter den sogenannten muskuloskeletalen Erkrankungen, zu denen neben Arthrose und Osteoporose auch Rückenschmerzen, rheumatische Erkrankungen sowie Sport- und Unfallverletzungen zählen. Das zeigt, dass diese Erkrankungen die breite Masse der Bevölkerung betreffen. Auf Grund der demografischen Entwicklung in den Industrieländern und dem Wandel der Lebensgewohnheiten steigt die Zahl der Erkrankungen rasant an. Auch wirtschaftlich haben diese Krankheiten eine hohe Bedeutung: fünf der zehn häufigsten Diagnosen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen, gehören zu dieser Gruppe. Die Zahlen für die Schweiz stehen bestimmt im ähnlichen Verhältnis.
Gesunde Knochen sind eine der grössten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.
Ich wurde aber in den letzten 6 Jahren mit noch vielen anderen Leiden meiner Schüler konfrontiert, die sich als Zivilisationskrankheiten klassifizieren, mit denen die früheren Yogis noch wenig bis gar nicht konfrontiert waren.
Was sind Zivilisationskrankheiten?
Zivilisationskrankheiten sind Krankheiten, an deren Entstehen die übliche Lebensweise in den sogenannten zivilisierten Ländern eine entscheidende Rolle spielt. Zivilisationskrankheiten entstehen in Folge von unangemessener Nutzung zivilisierter Errungenschaften. Das Entstehen von Zivilisationskrankheiten ist in einem hohen Maße verhaltensbedingt. Durch seinen Lebensstil kann der Mensch viele Risikofaktoren von Zivilisationskrankheiten ausschließen.
Die häufigsten Zivilisationserkrankungen sind:
• Herz- Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzinfarkt, Arteriosklerose)
• Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Gicht, erhöhter Cholesterinspiegel)
• Übergewicht, Fettsucht, Magersucht
• Krebs
• Erkrankungen des Bewegungsapparates
• Allergien
Ursachen für Zivilisationskrankheiten:
• Bewegungsmangel gilt als die Hauptursache von Zivilisationskrankheiten.
• Fehl- und Überernährung sind klassische Risikofaktoren für alle Zivilisationskrankheiten.
• Mangel an Wechselreizen (Kälte, Wärme usw.)
• Stress
• Umweltbelastungen
• Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum
Zivilisationskrankheiten können grundsätzlich nicht auf eine einzelne Ursache zurückgeführt werden. Eine Vielzahl von Risikofaktoren führen letztlich zu den Zivilisationskrankheiten.
Selbst Bikram Choudhury hat uns bei seinem Besuch in unserem Studio im August 2010 gesagt, dass er sich Gedanken macht, wie Bikram Yoga sich weiterentwickeln könnte. Er will sich jetzt hinsetzen und ein Buch dazu schreiben.
Die Entwicklung der Menschheit im 21. Jahrhundert
Unsere westliche Kultur hat sich in den letzten 200 Jahren in Zyklen entwickelt. Hoch und Tiefs haben sich regelmässig abgelöst.
1780 – 1830 Erfindung Dampfmaschine: Hoch der Textilindustrie – Bekleidung
1850 – 1880 Stahl / Eisenbahn: Transport
1900 – 1930 Elektrotechnik / Chemie: Massenkonsum
1930 – 1970 Automobil / Petrochemie: Individuelle Mobilität
1980 – 2000 Informationstechnik: Information, Internet, Kommunikation
2000 - Biotechnologie / Psychosoziale Gesundheit: Gesundheit
Eine Analyse zeigt, dass der Gesundheitssektor der Träger des nächsten Langzyklus sein wird. Basisinnovationen werden die psychosoziale Gesundheit und die moderne Biotechnologie sein.
Kann der Gesundheitssektor in Zukunft die Rolle einer Lokomotive für Wachstum und Beschäftigung übernehmen? Krankheitskosten gelten ja normalerweise als etwas Negatives, als Kostenfaktor, den man möglichst niedrig halten möchte. Auf den ersten Blick kann man durchaus bezweifeln, dass Gesundheit sich zu einem bedeutenden Wachstumsmotor entwickeln wird, denn lange Phasen der Prosperität wurden bisher von “harten” Technologien wie Dampfmaschine, Eisenbahn, Automobilität, Informationstechnik getragen. Wie kann ein “weicher”, ein biologischer, psychischer und sozialer Faktor Träger eines neuen Wachstumsszyklus werden?
Hier muss an die Ergebnisse der modernen Wachstumstheorien erinnert werden. Die wichtigsten Quellen des Wirtschaftswachstums sind nicht Maschinen, Waren, Technologien, Dienstleistungen, nicht Menschenmassen und auch nicht Kapital.
Der wichtigste Faktor sind Produktivitätsfortschritte!
Dieser dritte Faktor (neben Arbeit und Kapital) wird durch eine neue oder verbesserte Kompetenz bestimmt. In der Industriegesellschaft wie auch noch zu Beginn des fünften Zyklus der Informationstechnik spielte kognitive Kompetenz (z.B. logisches-systematisches Denken und eine gute Fachausbildung) eine zentrale Rolle.
Mit dem nächsten Zyklus wird es zu einer grundlegenden Veränderung in den produktivitätsbestimmenden Kompetenzen und Wettbewerbsfaktoren kommen. Technologie z.B. ist weltweit verfügbar und bringt in der Konkurrenz der ökonomisch entwickelten Länder keinen relevanten Vorsprung mehr. Auch der Zugriff auf Kapital schafft keine relevanten Vorteile mehr, da die Börsen der Welt ab einer bestimmten Grösse jeder Firma zur Verfügung stehen. Und auch Forschung, Entwicklung, Fachwissen und Organisation – und das ist das Neue – bringen im Wettbewerb immer weniger komparative Vorteile, weil sie sich im Zuge der Globalisierung weltweit angleichen.
Was die Unternehmen und Volkswirtschaften im Wettbewerb der Zukunft unterscheiden wird, ist die Gesundheit ihrer Menschen und die Qualität ihres Gesundheitswesens, ganzheitlich gesehen: körperlich, seelisch, geisig, sozial und ökologisch.
Gesundheit – der neue Megamarkt des 21. Jahrhunderts
Das herkömmliche Gesundheitswesen kann in seiner derzeitigen Struktur kein Träger des sechsten Zyklus sein. Es ist mit zu vielen internen Problemen belastet: starke innovationshemmende Partikularinteressen, unzureichendes Gesundheitswissen, zu viel Bürokratie, zu viel Verschwendung von Ressourcen, zu wenig Aufklärung und Prävention. Das herkömmliche Gesundheitswesen ist darauf fokussiert, mit Hilfe von Naturwissenschaft, Mechanik und Technik Krankheiten zu erforschen, zu diagnostizieren, zu behandeln und zu verwalten. Behandelt werden vor allem Symptome, weniger die Krankheitsursachen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die einseitige Ausrichtung auf Krankheiten für die Gesellschaft insgesamt teuer und schädlich, weil dadurch die meisten Akteure finanziell auf eine ausreichende Zahl von Kranken und Krankheiten angewiesen sind und kein wirkliches Interesse an einer gesunden Bevölkerung haben können. So zynisch es klingt: Wachstum im derzeitigen "Gesundheitswesen" kann praktisch nur stattfinden, wenn es noch mehr Kranke und noch mehr Krankheiten gibt.
Und die Zahl der Erkrankungen nimmt seit Jahrzehnten ständig zu, bedingt zum Teil durch das Älterwerden der Menschen, vor allem aber durch den modernen Lebens-, Arbeits- und Ernährungsstil. Jeder vierte Jugendliche in Europa leidet unter Allergien, in zehn Jahren soll es jeder zweite sein. Asthma unter Jugendlichen hat in den USA im Zeitraum 1980-1994 um 75 Prozent zugenommen. Die Zahl der Diabetiker wird sich in den nächsten zehn Jahren weltweit verdoppeln. Den wachsenden Kosten im Gesundheitswesen kann nicht mit einem Ausbau des derzeitigen lukrativen Therapieangebotes wirksam begegnet werden.
In der Umstrukturierung des Gesundheitswesens von Krankheits- auf Gesundheitsorientierung schlummern deshalb die größten Produktivitätsreserven. Um diese Ressourcen zu erschließen, werden neue Konzepte, Strategien und Angebote benötigt, die nicht auf die Reparatur von Krankheiten, sondern auf die Herstellung und Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden ausgerichtet sind und den Menschen ganzheitlich ernst nehmen.
Aktivmedizin
Aktivmedizin ist eine neue Kombination aus modernster Diagnostik und international etablierten Therapien der Enrährungsmedizin, Immunologie und Toxikologie. Sie fordert sowohl Arzt als auch den Patienten auf , aus der Passivität herauszukommen und die Ursachen zivilsationsbedingter Erkrankungen aktiv anzugehen.
Die Aktivmedizin ist eine äusserst effektive Basistherapie, die sich mit allen anderen Therapien gut kombinieren lässt und deren Wirkung optimiert.
Wo stehen wir mit Bikram Yoga?
Nach meiner Ansicht nach ist Bikram Yoga in seiner Form und Wirkung die vollkommene körperliche Betätigung, um die Körperfunktionen zu trainieren und zu erhalten. Wohl deshalb ist Bikram Yoga das am meisten praktizierte Yoga in der westlichen Welt geworden.
Obwohl Bikram Yoga auch unsere ganzen Körpersysteme anregt und die Selbstheilkräfte unseres Körpers verbessert, können wir den nächsten Schritt zur Gesundheit nur erreichen, wenn wir auf die Aktivmedizin setzen.
Gesundheit ist unser höchstes Gut
Die bekannteste Definition wurde von der WHO geschrieben: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“.
Gesundheit ist für jeden von uns ein spürbares Lebensgefühl und bedeutet hohe Lebensqualität. Sie zu erhalten, stellt heute eine grosse Herausforderung dar und bedarf einer Anpassung unserer Lebensgewohnheiten an die körperliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts.






